Landesinformationen
> Geschichte

> Praktische Infos
Fläche: 580.367 qkm
Bevölkerungsanzahl: 29.410.000 (1999)
Bevolkerungsdichte: 51 pro qkm
Hauptstadt: Nairobi
Einwohner: 1.504.900 (1990)
Geografie

Kenia grenzt im Nordosten an Somalia, im Norden an Äthiopien, im
Nordwesten an den Sudan, im Westen an Uganda und im Süden an
Tansania. Im Osten liegt der Indische Ozean. Landschaftlich ist Kenia in
vier Regionen unterteilt: Wüste im Norden, Savanne im Süden und frucht-
bare Ebenen an der Küste und an den Ufern des Victoria-Sees.
Das Bergland mit der Haupstadt Nairobi befindet sich im Westen. Nord-
westlich von Nairobi liegt das Rift Valley, der Grabenbruch, in dem die
Stadt Nakuru und der Aberdare-Nationalpark liegen, unweit des Mount
Kenia (5200 m), der ebenfalls einen Nationalpark beherbergt. Ganz im
Nordwesten von Kenia liegt der Turkana-See.

Staatsform

Präsidialrepublik (im Commonwealth) seit 1963. Verfassung von
1963, letzte Änderung 1997. Einkammerparlament (National Assembly)
mit 224 Mitgliedern. Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre. Unabhängig seit 1963 (ehemalige britische Kolonie).

Staats- und Regierungschef seit 27.12.2002: Mwai Kibaki, Nationale Regenbogenkoalition. Er löste Daniel arap Moi nach 24 Jahren ab.

Sprache

Kisuaheli; daneben werden über 30 afrikanische Sprachen gesprochen,
u.a. Kikuyu, Luo und Masai; Englisch ist Handelssprache.

Religion

60% Naturreligionen, Katholiken (26%), Protestanten (7%), Muslime (6%)
sowie Minderheiten von Juden und Hindus.
Geschichte

Durch neue Belege gewinnt die Theorie, dass Afrika - genauer gesagt Kenia - die Wiege der Menschheit ist, immer mehr Anhänger unter den Wissenschaftlern. Als erste Belege für frühzeitliche Menschen in Kenia wird eine Sammlung von Steinwerkzeugen angesehen sowie 400 Hominiden- Fossilien, die der Anthropologe und Paläontologe Dr. Richard Leakey an dem abgelegenen Fundort Koobi Fora östlich des Turkanasees ausgrub. Ein Schädel wird auf ein Alter von 2,5 Mio. Jahren geschätzt.
Die ersten Menschen, die auf der Suche nach Nahrung durch Kenia wanderten, waren Jäger und Sammler, die von später einwandernden Stämmen verdrängt oder assimiliert wurden. Die Kikuyu-Legende webt Geschichten um Pygmäen herum, die, so erzählt man, in den Wäldern lebten, in die die Kikuyu langsam einwanderten. Die Ndorobo, ein kleiner Stamm, der noch heute mit Pfeil und Bogen jagt und in traditioneller Weise Honig sammelt, sind sehr wahrscheinlich Nachkommen dieser frühen Menschen.
Durch die Wanderungsbewegung aus dem Norden Afrikas vor etwa 3500 Jahren wurde die Region langsam von drei verschiedenen Völkern besiedelt, die hauptsächlich nach ihrer Sprache klassifiziert werden: die Kuschiten, die Niloten und die Bantuvölker. Die Kuschiten wanderten aus Äthiopien ein, während die Niloten, wie die Kuschiten Hirtennomaden, aus dem Niltal stammten.
Die südlichen Niloten siedelten am Turkanasee und sind die Vorfahren der heutigen Turkana und Masai. Die Bantu, die heute die Mehrheit der kenianischen Bevölkerung bilden, verarbeiteten Eisen und waren, wie heute noch, Bauern. Leider weiß man wenig über die Wanderungsbewegungen der Stämme, da bisher keine schriftlichen Quellen aufgetaucht sind.
Die ersten europäischen Entdecker in Kenia waren wahrscheinlich F. L. Krapf und F. Rebmann, zwei deutsche Missionare im Auftrag der Kirchlichen Missionsgesellschaft.1847 kam Rebmann bis zu den Taita Hills. Im folgenden Jahr, am 11. Mai, notierte er als erster Europäer, den schneebedeckten Kilimandscharo gesehen zu haben. Wieder ein Jahr später sah Krapf den Kilimandscharo erstmals und später sichtete er von einem Hügel nahe Kitui aus den Mount Kenya. Dann bereiste 1882 ein deutscher Doktor, Gustav Fischer, der sich auf einer wissenschaftlichen Forschungsreise befand, Kenia entlang des Rift Valley von Tansania aus und wanderte schließlich nördlich bis Naivasha. Auf seinem Rückweg zur Küste kam er durch Hell's Gate, wo ihm mit einer Steinsäule, der Fischer-Säule, gedacht wird.
Der nächste Entdecker war Joseph Thomson, der 1883 eine Expedition der Royal Geographic Society leitete. Von der Küste wanderte er durch den jetzigen Amboseli Nationalpark und weiter nach Ngong, nahe dem jetzigen Nairobi, das damals ein Rastplatz am Rande des Rift Valley für Elfenbeinkarawanen war. Von Ngong stieg er ins Rift Valley, ab und drang nach Norden bis zum Lake Baringo vor. Hier wandte er sich wesnvärts zum Viktoriasee, wo er sich zur Umkehr entschloß. Thomson unterbrach die Reise, um die Elephant Caves am Mount Elgon zu besuchen, ging weiter zum Lake Baringo, Nakuru und Naivasha, bevor er schließlich nach Mombasa zurückkehrte.
Der nächste europäische Entdecker war James Hannington, der Bischof von Buganda im heutigen Uganda geworden war. Hannington entdeckte einen See, der Thomson entgangen war und später Lake Hannington genannt wurde (jetzt Lake Bogoria). Bei seiner Ankunft am Nil wurde Hannington ermordet.
Graf Samuel Teleki von Szek und sein Begleiter Leutnant Ludwig von Höhnel folgten als nächste Thomsons Route und erreichten 1887 den Fuß des Mount Kenya, den Teleki vergeblich zu besteigen versuchte. Sie gingen weiter zum Lake Baringo und dann nördlich, wo sie einen neuen See entdeckten, den sie nach dem Kronprinzen von Österreich Rudolfsee nannten. Im folgenden Jahr,1889, leitete Frederick Jackson, der spätere Sir Frederick Jackson und erste Gouverneur der Kolonie Kenia, eine von der Imperial British East Africa Company finanzierte Expedition zur Erkundung der Territorien, die ihr zugefallen waren.
Praktische Hinweise
Ortszeit: MEZ + 2 (UTC + 3).

Netzspannung: 220/240 V, 50 Hz, dreipolige Stecker.
Adapter erforderlich.

Telefon: Selbstwählferndienst zu den großen Städten. Münztelefonzellen sind rot, Kartentelefonzellen blau. Telefonkarten sind bei Postämtern und internationalen
Telefondiensten in größeren Städten erhältlich. Zahlreiche größere Hotels bieten auch Telefondienste an, berechnen jedoch bis zu 100% mehr. Für Ortsgespräche sollte man ausreichend Münzgeld bereithalten.

Landesvorwahl: 254.
Ortsnetzkennzahlen: Nairobi 2, Mombasa 11, Nakuru 37.

Mobiltelefon: GSM 1800 und GSM 900.

Netzbetreiber: KenCell (Internet: www.kencell.co.ke)
und Safaricom (Internet: www.safaricom.ke).

Post: Die Postämter sind an den Buchstaben KP&TC (Kenya Posts & Telecommunications Corporation) zu erkennen. Briefkästen sind rot. Briefmarken sind außer auf Postämtern auch bei Schreibwarenhändlern, in Souvenirgeschäften
und in Hotels erhältlich. Luftpost nach Europa ist bis zu vier Tagen unterwegs, die Beförderung ist im allgemeinen zuverlässig. Die Postämter sind Mo-Fr 08.00-17.00
Uhr sowie Sa 09.00-12.00 Uhr geöffnet.

Fax: Faxstellen befinden sich im Hauptpostamt und im Kenyatta International Conference Centre in Nairobi sowie
in großen Hotels in Nairobi und Mombasa.

Internet/E-Mail: In Kenia gibt es über 30 Internetanbieter;
JamboNet und 19 weitere Anbieter sind Mitglieder der East African Internet Association. In Mombasa und Nairobi gibt es Internetcafés. Internetzugang steht auch in größeren Hotels zur Verfügung.

Telegramme: Können in allen Post- und Telegrafenämtern sowie von privatenTelefonen aus aufgegeben werden.
Das Hauptpostamt in Nairobi ist 24 Std. geöffnet.

Deutsche Welle: Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0221) 389 32 08 anzufordern. Internet: www.dwelle.de

Geld
Währung: 1 Kenia-Schilling = 100 Cents.
Währungskürzel: KSh, KES (ISO-Code).
Banknoten sind im Wert von 1000, 500, 200, 100, 50 und
20 KSh im Umlauf. Münzen im Wert von 10, 5 und 1 KSh sowie 50, 10 und 5 Cents.

Geldwechsel: In allen größeren Banken möglich.
Vorsicht vor Schwarzhändlern.
Geldumtausch muß jedesmal auf dem Devisenformular bestätigt werden; Devisenvergehen werden empfindlich bestraft.

Kreditkarten: Eurocard, American Express, MasterCard, Diners Club und Visa werden häufig angenommen. An zahlreichen Bankautomaten kann man Bargeld mit
Kreditkarte abheben. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks: Kann man in den Banken umtauschen. Empfohlen werden Euro- und US-Dollar-Reiseschecks.

Wechselkurse:
1 US Dollar / 1 Euro = 81 KSH ( 1.12.2002 )
Reisepass: Allgemein erforderlich, muß bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre können mit einem Kinderausweis
mit Lichtbild einreisen.

Achtung: Nur Passinhaber müssen ein Visa zahlen. Deshalb
macht es Sinn, alle Kinder in die Pässe der Eltern eintragen zu lassen, womit die Visa gebühr entfällt.


Visum: Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsan-gehörige folgender Länder für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten:
(a) Äthiopien, Eritrea, Türkei und Uruguay;
(b) folgende Commonwealth-Länder: Bahamas, Bangladesch, Belize, Botswana, Brunei, Fidschi, Gambia, Ghana, Grenada, Jamaika, Kiribati, Lesotho, Malawi, Malaysia, Malediven, Mauritius, Namibia, Nauru, Papua-Neuguinea, St. Kitts & Nevis, St. Lucia, St. Vincent & die Grenadinen, Salomonen, Sambia, Samoa, Seychellen,
Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Swasiland, Tansania, Tonga, Trinidad & Tobago, Tuvalu, Uganda, Uruguay und Vanuatu;
(c) Südafrika (Einreiseerlaubnis bis zu einem Aufenthalt von max. 30 Tagen).

Transit: Transitreisende, die mit dem nächsten Anschluß weiter-fliegen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum.

Anmerkung:
(a) Staatsangehörige der EU-Länder können das Visum auch bei der Einreise am Flughafen erhalten, es wird jedoch empfohlen, das Visum vor Reiseantritt im Heimatland zu besorgen.
(b) Alle Besucher erhalten bei der Einreise einen Besucherpaß (Visitor's Pass). Reisende ohne gültiges Ticket für die Rück- oder
Weiterreise müssen eine Bargeld-Kaution hinterlegen, die bei Ausreise zurückerstattet wird.

Visaarten: Einreise- und Transitvisum.

Visagebühren:
Einreisevisum: 57 € (Antragstellung in Berlin);
50 US$ (einmalige Einreise, 3 Monate gültig; wird am Flughafen ausgestellt).
Transitvisum: 20 US$. Nähere Angaben von der zuständigen konsularischen Vertretung.

Gültigkeitsdauer: 3 Monate. Verlängerungen können beim Immigration Department in Nyayo House, Uhuru Highway, Nairobi sowie in Mombasa oder Kisumu beantragt werden.

Antragstellung:
Konsulat bzw. Konsularabteilung der Botschaft.

Unterlagen: (a) Reisepaß (noch mindestens 6 Monate gültig).
(b) Antragsformular. (c) Gebühr (Scheck oder Überweisung).
(d) 1 Paßfoto. (e) Reisebestätigung oder Kopie des Hin- und Rückflugtickets. (f) Geschäftsvisum: Firmenschreiben.
Bei postalischer Antragstellung ist ein Einschreiben-Freiumschlag beizulegen.

Bearbeitungszeit: Unterschiedlich, i. allg. 2 – 5 Tage.
Die Bearbeitungszeit richtet sich danach, ob der Antrag zur Bestätigung nach Nairobi geschickt werden muß.

Aufenthaltsgenehmigung:
Anträge an das Einwanderungsamt: The Principal
Immigration Officer, PO Box 30191, Nairobi.





Druckversion (PDF 81 KB)